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  Sanierungsstandort Ronneburg  
    
    
  1. Die Ausgangslage  
          
     

Bis zur planmäßigen Einstellung der Uranerzgewinnung im Dezember 1990 wurden durch die Wismut als drittgrößter Uranproduzent der Welt insgesamt 231.000 t Uran gefördert und ausschließlich in die Sowjetunion geliefert.
Allein aus der Ronneburger Lagerstätte wurden im Tief- und Tagebau bis Ende 1990:

* 223,5 Mio. m³ Gestein gefördert, aus welchem
* 113.000 t Uran gewonnen wurde

Ende der 80iger Jahre ging der Bedarf der Sowjetunion an Uran auf Grund der fortschreitenden Entspannungs- und Abrüstungspolitik stark zurück.
Außerdem stieg der spezifische Aufwand zur Urangewinnung durch zunehmende Verschlechterung der geologischen und bergmännischen Bedingungen stark an. Im ersten Halbjahr 1990 betrug der spezifische Aufwand für Uran im chemischen Konzentrat 385 Mark der DDR/kg und überstieg damit den Weltmarktpreis um ein Vielfaches.
Zur Reduzierung des Verlustunternehmens Wismut und Freisetzung dringend anderweitig benötigter Arbeitskräfte fasste  der Ministerrat der DDR noch am 27.April 1989 einen entsprechenden Beschluss. 
Die politische Entwicklung der DDR beschleunigte die Entwicklung so gravierend, dass per 01.01.1991 die planmäßige Uranerzgewinnung durch die Wismut endgültig eingestellt wurde.

Mit Abkommen vom 16.Mai 1991 vereinbarten die Regierungen der BRD und der UdSSR die Einstellung der gemeinsamen Tätigkeit der SDAG Wismut.
Die Gesellschafteranteile der Sowjetunion an der Wismut gingen an die Bundesrepublik über und sie stellte im Gegenzug die Sowjetunion von den Erfordernissen der künftigen Sanierungsaufgaben frei. 
Für die Sanierung stellte die Bundesrepublik einen Finanzrahmen in Höhe von 13 Mrd. Mark bereit und hatte sich auf folgende Hinterlassenschaften zu richten:

Die übertägigen Betriebsflächen im Ronneburger Revier hatten in den insgesamt fünf Bergbaubetrieben Schmirchau, Reust, Paitzdorf, Beerwalde und Drosen und dem Aufbereitungsbetrieb Seelingstädt eine Ausdehnung von ca. 1.700 ha.
Das Grubengebäude verfügte 1990 noch über 40 Tagesschächte.
Die Länge der untertägigen offenen Grubenbaue betrug 2.906 km. Die übertägig aufgeschütteten Halden - die bekanntesten und markantesten unter ihnen waren die Reuster und Paitzdorfer Doppel-Spitzkegelhalden - hatten ein Volumen von insgesamt 15 Mio. m³. Die stark kontaminierten Absetzbecken des Aufbereitungsbetriebes Seelingstädt in Trünzig und Culmitzsch hatten eine Ausdehnung von 710 ha.

Die im Jahre 1991 gegründete Wismut GmbH hat seit diesem Zeitpunkt die Regionalentwicklung Ostthüringens jederzeit aktiv mitgestaltet.
Mit dem Abschluss der Kooperationsvereinbarung zwischen  der Wismut GmbH und der Bundesgartenschau-Gesellschaft vom 01.11.2001 wurden die Voraussetzungen für die Sanierung der Kernzone "Neue Landschaft Ronneburg" zur Verbindung der Sanierungsziele mit der landschaftsgestalterischen Zukunft geschaffen.

     
 
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  2. Sanierungsmaßnahmen  
 
  2.1. Verwahrung der untertägigen Grubengebäude  
 

Die umweltverträglichste, technisch sicherste und zugleich kostengünstigste Sanierungsvariante besteht darin, die Grubenbaue, die sich unterhalb des natürlichen Grundwasserniveaus befinden, durch das Abschalten der Pumpen "absaufen zu lassen". Dieser sehr komplexe Vorgang wird als Flutung bezeichnet.

In der Ronneburger Lagerstätte wurde die erste Etappe der Gesamtflutung im Januar 1998 eingeleitet.
Zuvor mussten zur gegenseitigen Abriegelung der Grubenfelder über 4.500 Dämme und knapp 120 komplexe Absperrbauwerke zur hydraulischen Abdichtung gegen benachbarte Grubenbaue, deren Flutung erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist, errichtet werden.

 
Absperrbauwerk im ehemaligen Schacht 375
240m-Sohle
Absperrbauwerk im ehemaligen Schacht 375
180m-Sohle
Fotos von untertägigen Absperrbauwerken im ehemaligen Schacht 375¹
 

Die Flutung war im Jahre 2006 abgeschlossen.

Alle mit Einstellung der Uranproduktion im Jahre 1990 bestandenen Grubengebäude im Ronneburger Revier sind nun dauerhaft verfüllt und damit sicher verwahrt.

     
 
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  2.2. Haldensanierung und Tagebauverfüllung  
 

Die Halden des Ronneburger Reviers konnten nicht in ihrem ursprünglichen unabgedeckten Zustand belassen werden, da von den einzelnen Halden unterschiedliche Gefährdungen ausgingen, wie Belastungen durch Staub und an Staub gebundene langlebige Alphastrahler, Exhalation des radioaktiven Gases Radon aus den Haldenkörpern, Freisetzung von radiologischen und geochemischen Schadstoffen durch Haldensickerwasser sowie eine teilweise unzureichende Standsicherheit.

Die Haldensanierung erfolgte dabei in den zwei Sanierungsvarianten, wie die Umlagerung ganzer Halden in den ehemaligen Tagebau Lichtenberg, als auch die Haldenverwahrung "in-situ", das heißt an Ort und Stelle.

 
  A) Haldenumlagerungen  
 
In das Tagebaurestloch Lichtenberg wurden folgende Halden verbracht:
 
Halde
Menge in Mio. m³
Zeitraum
 

 
 
Gessenhalde   7,5   bereits erfolgt     

 
 
Nordhalde  

31,3 

  bereits erfolgt     

 
 
Absetzerhalde   69,8    bereits erfolgt     

 
 
Kegelhalden Paitzdorf   8,2   bereits erfolgt     

 
 
Kegelhalden Reust   6,3   bereits erfolgt     
 
 
Abgetragen und an die Halde Beerwalde angetragen wurden:
 
Halde
Menge in Mio. m³
Zeitraum
 

 
 
Halde Drosen   4,0   bereits erfolgt     

 
 
Halde Korbußen  

0,5

  bereits erfolgt     
     
 
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  Gessenhalde  
 
Gessenhalde im Gessental
Gessenhalde im Gessental¹
Aufstandsfläche Gessenhalde nach Abtrag
Aufstandsfläche Gessenhalde nach Abtrag¹ 
 
  Nordhalde  
 
Nordhalde im Gessental
Nordhalde im Gessental¹
Aufstandsfläche Nordhalde nach Abtrag
Aufstandsfläche Nordhalde nach Abtrag
(Blick vom Ronneburger Balkon)² 
 
  Absetzerhalde  
 
Absetzerhalde
Absetzerhalde¹
Aufstandsfläche Absetzerhalde nach Abtrag 2005
Aufstandsfläche Absetzerhalde nach Abtrag 2005¹
     
 
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  Kegelhalden Paitzdorf  
 
Halden Paitzdorf
Halden Paitzdorf¹
Haldenabtrag
Haldenabtrag (Stand Mai 2005)²
 
  Kegelhalden Reust  
 
Halden Reust
Halden Reust
Haldenabtrag (Stand Frühjahr 2005)
Haldenabtrag (Stand Frühjahr 2005)¹
Die Halden sind bis 2007 vollständig abgetragen
     
 
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  Verfüllung Tagebau Lichtenberg  
 

Alle vorgenannten Halden wurden in das Tagebaurestloch Lichtenberg verbracht. Dieser Tagebau hatte eine Größenausdehnung von 1.600 x 900m mit einer maximalen Tiefe von 240 m.

Nach Verfüllung dieses Restloches wurde ein Aufschüttkörper aufgetragen, welcher den Namen "Lichtenberg" trägt und eine endgültige Höhe von 373,5 m NN erreichte.

 
Tagebau Lichtenberg
Tagebau Lichtenberg 1991 (Teilansicht)¹
Verfüllung (Stand April 2004)
Verfüllung (Stand April 2004)¹
Innenansicht des Tagebaues, im Hintergrund Stadt Ronneburg
 
  B) Haldenanlagerungen  
 

Das Beispiel für die in-situ-Verwahrung ist die Halde Beerwalde. Hier wurden die Halden Drosen und Korbußen angelagert. Durch Böschungsabflachungen, Aufbringung verschiedener Abdecksysteme wird das Eintreten von Niederschlagswasser und die Freisetzung von Schadstoffen durch Laugungsprozesse weitgehendst verhindert und die Migrationsgeschwindigkeit des radioaktiven Gases Radon weitgehendst herabgesetzt.

Abschließend wurden die abgedeckte Halde begrünt, Wege angelegt und Systeme zur Fassung und Ableitung des Oberflächenwassers hergestellt.

 
  Halden Drosen und Korbußen  
 
Halde Drosen vor Abtrag
Halde Drosen vor Abtrag¹
Halde Korbußen vor Abtrag
Halde Korbußen vor Abtrag¹
     
 
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  Halde Beerwalde  
 
Halde Beerwalde im Jahre 1990
Halde Beerwalde im Jahre 1990¹
Halde Beerwalde im Jahre 2003
Halde Beerwalde im Jahre 2003¹
   
Foto rechts: Halde Beerwalde im Jahre 2005¹ (Endkontur) Halde Beerwalde im Jahre 2005
     
 
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  2.3. Demontage und Abbruch  
 

Für die Mehrzahl der Betriebsgebäude und -anlagen kam nach Einstellung der Uranerzgewinnung und -aufbereitung nur noch die Demontage und der Abbruch in Frage.

Die Ursachen liegen neben der Überalterung und dem schlechten bautechnischen Zustand vor allem aber auch in der radioaktiven und/oder chemischen Kontaminierung.

Allein im Revier Ronneburg hatte die Demontage und der Abriss von 424 Gebäude- und Anlagenkomplexen zu erfolgen. Dabei fallen 33.270 t Schrott und 171.600 m³ Bauschutt an.

Gegenwärtig sind die meisten Betriebsanlagen und Fördergerüste bereits abgerissen und sachgerecht entsorgt. Im Ronneburger Revier sind nur noch neben Verwaltungsgebäuden des ehemaligen Bergbaubetriebes Paitzdorf und dem Busplatz Lichtenberg das technische Denkmal Schacht 407 als Besuchsobjekt und das Schachtgerüst des ehemaligen Schachtes 403 bei Beerwalde erhalten.

 
Verwaltungsgebäude Niederlassung Ronneburg
Verwaltungsgebäude Niederlassung Ronneburg ¹
(ehemals Bergbaubetrieb Paitzdorf)
Besuchsobjekt Schacht 407
Besuchsobjekt Schacht 407 ¹
   
Abbildung rechts: Schachtgerüst 403 Schachtgerüst 403
     
 
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  2.4. Wasserbehandlung  
 

Im Rahmen der Wismut-Sanierung fällt mit Schadstoffen kontaminiertes Wasser an, das zum Schutz des Grund- und Oberflächenwassers gefasst und in speziellen Wasserbehandlungsanlagen gereinigt werden muss.

Die Wasserbehandlung führt dabei zur Abtrennung der Schadstoffe, die anschließend als Immobilisate sicher deponiert werden.

Die bereits fertig gestellte Wasserbehandlungsanlage Ronneburg dient der Aufnahme und Reinigung der zu erwartenden austretenden Flutungswässer.

Die Wasserbehandlungsanlage Culmitzsch/Trünzig dient zur Reinigung des ehemaligen Prozesswassers, das mit den Rückständen aus der Uranerzaufbereitung in die Schlammteiche eingeleitet wurde.

 
 
Fotos der Wasserbehandlungsanlage Ronneburg Fotos der Wasserbehandlungsanlage Ronneburg
Fotos der Wasserbehandlungsanlage Ronneburg
 
  2.5. Umweltüberwachung / Monitoring  
 

Mehr als 40 Jahre Gewinnung und Verarbeitung von Uranerz haben die Umwelt und die Landschaft nachhaltig beeinflusst.

Aufgabe der Umgebungsüberwachung, dem sogenannten Umweltmonitoring ist es, die Einwirkungen der einzelnen Objekte sowie der Sanierungsmaßnahmen selbst auf die Schutzgüter Boden, Luft und Wasser zu messen.

Seit 1991 werden die Ergebnisse der Umgebungsüberwachung in Form von Umweltberichten der Öffentlichkeit zur Kenntnis gegeben.

     
 
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  3. Sanierung der übertägigen Flächen / Bundesgartenschau Gera und Ronneburg 2007  
 

Die Besonderheit der Bundesgartenschau 2007 bestand einerseits darin, dass diese in zwei Städten - den Städten Gera und Ronneburg - stattgefunden hat, andererseits aber auch als herausragende Besonderheit darin, dass sie in der sanierten und revitalisierten Folgelandschaft des Uranerzbergbaues Ronneburgs erfolgte.

Ein sogenanntes bipolares Konzept vereint hier durch den verbindenden Grünzug - das Gessental - die beiden Kernzonen den "Hofwiesenpark Gera" und die "Neue Landschaft" Ronneburg. 
In einer Kooperationsvereinbarung vom November 2001 wurde die dazu erforderliche Zusammenarbeit zwischen der Wismut GmbH und der BUGA 2007 GmbH geregelt.

So wurden konkrete Synergieeffekte zwischen den Sanierungsleistungen der Wismut GmbH mit den Planungen zur Bundesgartenschau erreicht, wie z. B. bei der Gestaltung der "Lichtenberger Kanten", die Mitwirkung an der Öffnung des Gessentals (Bahnbrücke), der Herstellung von Wege- und Sichtbeziehungen u.a.

Im nächsten Menüpunkt "Neue Landschaft Ronneburg" versuchen wir die Fortschritte bei der Sanierung der Uranerzbergbaufolgelandschaft in der BUGA-Kernzone "Neue Landschaft" zu dokumentieren.

 

 
 
  Quellen:  
 
     
 
      
Bildquellen:

Für die Gestaltung dieser Seite stellte uns die Wismut GmbH dankenswerterweise wiederum eine Vielzahl von Fotos zur Verfügung.
Diese sind mit dem entsprechenden Copyright bzw. mit ¹ gekennzeichnet.

Alle übrigen Fotos stammen von Ekkehard Persch, Gera.

 

      
Textquellen:

Chronik der Wismut, Wismut GmbH Chemnitz

Broschüre "WISMUT - Perspektiven durch Sanierung", Herausgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Berlin, Januar 2000

"Dialog" Werkzeitschrift der Wismut GmbH, Heft 34, 2002, Seite 6 und 13 ff

 
 
     
 
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