Lagerstätte Ronneburg

Einleitung

Die geologischen und bergmännischen Arbeiten der Wismut im Raum Ronneburg, in der späteren Lagerstätte Ronneburg, begannen im September 1950 durch das Objekt 30 der SAG Wismut.

Die Sucharbeiten begannen bereits 1949, wobei sich die Emanationsmessung (Messung des Radonaustritts in die Bodenluft) als besonders effektiv erwies. Die Erkundungsergebnisse im Bereich der Orte Lichtenberg und Schmirchau sowie am südlichen und östlichen Stadtrand von Ronneburg waren bereits unmittelbar nach ihrem Beginn so positiv, dass zur Ausbeutung der angetroffenen Uranvorräte am 01.10.1950 das Bergbauobjekt 90 der SAG Wismut mit Sitz in Gera gegründet wurde.

Damit begann die Inbesitznahme eines zuletzt 1.327 Hektar umfassenden Areals bergbaulich genutzter Grundstücke durch die Wismut.

In diesem Bereich war außer der Gewinnung von Sand und Kies in mehreren Gruben kein Bergbau betrieben worden.

Karte des Bergbaugebietes um Ronneburg

Bergbaubetriebe nördlich der BAB 4

  • Hellbraune Flächen: Halden der einzelnen Bergbaubetriebe
  • Gelbe Fläche rechts: Betriebsfläche des Bergbaubetriebes Drosen
  • Gelbe Fläche Mitte: Betriebsfläche des Bergbaubetriebes Beerwalde
  • Gelbe Fläche links: Betriebsfläche des Betriebsteiles Korbußen des Bergbaubetriebes Drosen

Bergbaubetriebe südlich der BAB 4

Hellbraune Flächen – Haldenflächen
  • Links oben: ehemalige Gessenhalde
  • Links Mitte: ehemalige Nordhalde
  • Links unten: Absetzerhalde
  • Mitte: Spitzkegelhalden des Bergbaubetriebes Reust
  • Rechts: Spitzkegelhalden des Bergbaubetriebes Paitzdorf
Gelbe Flächen – Betriebsflächen
  • Mitte oben: Bergbaubetrieb Schmirchau
  • Mitte unten: Bergbaubetrieb Lichtenberg/Reust
  • Rechts oben: Bergbaubetrieb Paitzdorf
Lila Fläche
  • Mitte oben: Tagebau Lichtenberg

Übersicht der Bergwerke und Tagebaue

Bergwerk / Tagebau Entwicklung
Tagebau Ronneburg ab 1950 Tiefschürfe, ab 1951 Tagebau bis 1953
Schacht Lichtenberg 1950 Erkundung, 1951 Schachtverwaltung, ab 1962 Bergbaubetrieb Reust
Bergbaubetrieb Reust 1957 Bau- und Montagebetrieb, 1958 Schachtverwaltung, ab 1988 Bergbaubetrieb Schmirchau
Bergbaubetrieb Schmirchau 1950 Erkundung, 1951 Schachtverwaltung, ab 1990 Sanierungsbetrieb Ronneburg
Tagebau Lichtenberg Aufschluss 1958, bis Dezember 1967 Bergbaubetrieb Lichtenberg, danach Bergbaubetrieb Reust, Produktionsende 1977
Bergbaubetrieb Paitzdorf Erste Teufe April 1954, 1956 Erkundungsrevier, 1961 Schachtverwaltung, 1990 Sanierungsbetrieb Ronneburg
Tagebau Stolzenberg Aufschluss September 1954, tätig bis Ende 1957
Bergbaubetrieb Beerwalde Teufe August 1967, selbständig ab Januar 1974, ab Januar 1991 Bergbaubetrieb Drosen
Bergbaubetrieb Drosen Teufe Dezember 1974, selbständig ab Juli 1980, 1990 Sanierungsbetrieb Ronneburg

Charakteristik der Lagerstätte Ronneburg

Für die Uranlagerstätte Ronneburg in Thüringen wurden nach den Erkundungsergebnissen Ressourcen von rund 200.000 Tonnen Uran berechnet.

Mit einem Förderumfang von 113.605,8 Tonnen Uran bis zum Jahr 1990 nahm diese Lagerstätte mit ihren fünf Hauptbergwerken die führende Position unter den von der SDAG Wismut bearbeiteten Lagerstättenkomplexen im Süden der DDR ein. Die Gesamtförderung der Wismut betrug rund 231.000 Tonnen Uran.

Regional befindet sich die Uranlagerstätte im Ostthüringer Schiefergebirge im Nordosten des erzgebirgisch streichenden Bergaer Sattels. Dieser wird intensiv von der Gera-Jachymov-Störungszone sowie einer Nord-Süd-Störungszone von überregionaler Bedeutung durchkreuzt.

Etwa 75 Prozent der bauwürdigen Uranerze befinden sich in Tonschiefern, Kalken und Lagergängen von Diabasen im hangenden Ordovizium bis zum Unterdevon.

Während des Rotliegenden unterlagen diese Gesteine einem intensiven Verwitterungsprozess. Dabei wurde das ursprünglich in den schwarzen Schiefern vorhandene Uran umgelagert und in wirtschaftlich nutzbaren Konzentrationen angereichert.

Die Uranmineralisation tritt hauptsächlich als Pechblende mit Karbonaten oder Sulfiden auf. Sie bildet Kluft- und Trümervererzungen sowie brekzienartige und disperse Erzführungen.

Die Untergrenze für abbauwürdige Uranvorkommen lag in den Anfangsjahren bei 200 ppm und wurde ab 1968 auf 300 ppm angehoben. Der durchschnittliche Urangehalt im Erz betrug etwa 1.000 ppm.

Fotos charakteristischer Uranerzvorkommen

Pechblendetrümer

Pechblendetrümer mit charakteristischer Nebengesteinsveränderung.

Bergbaubetrieb Schmirchau, 240-Meter-Sohle.

Lederschiefer-Pechblende-Sulfit-Brekzie

Großanschliff einer Lederschiefer-Pechblende-Sulfit-Brekzie.

Bergbaubetrieb Schmirchau, 240-Meter-Sohle.

Feindisperse Vererzung

Feindisperse Vererzung im Lederschiefer. Das 5-Pfennig-Stück dient zum Größenvergleich.

Bergbaubetrieb Schmirchau, 240-Meter-Sohle.

Mit insgesamt 113.605,8 Tonnen Uran gehörte Ronneburg zu den größten Uranproduzenten weltweit. Etwa sieben Prozent des zwischen 1945 und 1990 weltweit geförderten Urans stammten aus dieser thüringischen Lagerstätte.

Das dafür erschlossene untertägige Grubengebäude umfasste eine Fläche von 73,4 Hektar. Der Gesamtvortrieb von 8.618,5 Kilometern entspricht ungefähr der Entfernung zwischen Frankfurt am Main und Johannesburg.

Das Produkt „Yellow Cake“

Die Aufbereitung der Erze aus der Ronneburger Lagerstätte erfolgte vor 1960 im rund 50 Kilometer entfernten Crossen bei Zwickau und anschließend im Aufbereitungsbetrieb Seelingstädt bei Ronneburg.

Endprodukt war das als Yellow Cake bezeichnete Urankonzentrat Ammonium-Diuranat.

In Säcken und Fässern verpackt wurde das Yellow Cake in die Sowjetunion transportiert. Die weitere Anreicherung des spaltbaren Materials erfolgte ausschließlich dort.

Abbildung: Betriebsansicht des Aufbereitungsbetriebes 102 Seelingstädt.

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Bergbauverein Ronneburg e.V.
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